Erbe

Der Einzigartigkeit des Gestüts Lipica im Bereich des kulturgeschichtlichen- und natürlichen Erbes zeichnet sich durch folgende Tatsachen aus:

  • das Gestüt Lipica ist das Ursprungsgestüt einer der ältesten Kulturpferderassen - der Lipizzaner
  • das Gestüt Lipica ist das älteste europäische Gestüt das ununterbrochen, seit seiner Gründung, die gleiche Pferderasse züchtet,
  • die Landschaft des Gestüts ist der einzige Mikrostandort, der optimale Bedingungen für die höchste Qualität der Lipizzanerzucht gewährleistet,
  • das Gestüt Lipica hat eine einzigartige Atmosphäre, wo die einzelnen Anlagen, die räumliche Planung, der Wohnkern und die Kulturlandschaft ausschließlich auf die primäre und ursprüngliche Tätigkeit - Lipizzanerzucht ausgerichtet sind,
  • das Gestüt Lipica hat als ein ausgezeichnetes Entwicklungspotenzial, im Sinne der Gewährleistung von der höchsten Qualität der Lipizzanerzucht im Weltmaßstab,
  • die Entwicklung des Gestüts Lipica ist für das Ansehen von Slowenien im internationalem Maßstab von außergewönlicher Bedeutung,
  • die geschützte Kulturlandschaft und die Gebäudekomplexe sind ausschließlich und dauerhaft im Dienste der ursprünglichen Tätigkeit des Gestüts - der Pferdezucht und Reitkunst.

Die Republik Sloweniens strebt nach Anerkennung des internationalen Status für das Gestüt als Zuchtinstitut, welches das ursprüngliche Lipizzanerzuchtbuch führt.  

Natur- und Kulturerbe

Im Jahr 1996 wurde das Gestüt Lipica mit der Bestätigung des Gesetzes über das Gestüt Lipica zum Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung für Slowenien proklamiert.

Das als Kulturdenkmal geschützte Gebiet des Gestüts Lipica umfasst die kultivierte Karstlandschaft, Lipizzaner-Pferdeherde, Gebäudekomplexe und Kunstwerke als Erbschaftsgut.

Zum Schutzgebiet gehören:

  • der Abgrund »Lipiško brezno«, der tiefe Abgrund »globoko korozijsko brezno«

Teile der Natur vorgeschlagen für die Naturerbe:

  • Lipica, Weiden und Wälder,
  • Fossilfundorte
  • Höhle »Pekel«
Die kultivierte Karstlandschaft des Gestüts Lipica umfasst wunderschön gestaltete Weiden und Wiesen mit Zäunen, Eichenhainen und Alleen. Die Kulturlandschaft von Lipica ist eine abgerundete und neu gestaltete natürliche Umwelt, deren Entwicklung auf einer mehrere Jahrhunderte langen Tradition der Zucht von Pferden basiert. Man hat diese vegetationslose Karstlandschaft für die Pferdezucht verbessert und zu Weiden und Wiesen kultiviert. Lipica hatte schon vor dem Jahr 1817 ein einheitliches Bild, bevor die damaligen Vermessungen gemacht wurden. Durch die acht Kilometer lange Trockenmauer, typisch für den Karst, um die Umzäunung des Besitzes war nicht nur die Funktionalität abgesichert, sondern auch die symbolische Bedeutung des Ganzen und das Ausnahmecharakters dieser Kulturlandschaft wurde deutlich gezeigt. Geschichtlich gesehen war die Anwendung dieses Geländes immer der ununterbrochenen Züchtung der gleichen Pferderasse untergeordnet. Die Ganzheit des Ursprungsgestütes, einer der ältesten Pferderassen, gibt der Kulturlandschaft von Lipica ein besonderes Siegel mit Ausnahmecharakter, sogar weltweit unvergleichbar.

Die besonders geschützten Teile des Kulturdenkmals sind:  Schloss mit dem Wölbstall („Velbanca“) und der Kirche, Stallungskomplex mit den Silos und Dressurplätzen, das Hotel Klub, die Sammlung der Kunstwerken von Avgust Černigoj, ihre einzigartige Präsentation in der Galerie und die Parkplastik aus Karststein.

Der historische Ortskern formte sich in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts zu einem geschlossenen Komplex. Neben dem Schloss und dem Wölbstall gehörten noch das Getreidemagazin (heute die Hochzeitshalle) und kleinere Wohnobjekte dazu, so erbaut dass in der Mitte ein Hof entstand. Die einzigartige Anlage der Gebäudekomplexe geht aus dem Bedürfnis nach ziemlich großen Höfen für Reiten und Pferdeschulung hervor. Auf der Südseite wurde der Hof mit dem Triumphbogen gesperrt. Dadurch führte der Hauptzugangsweg, der im Eingansportal des Wölbstalls endete. Die herrliche Wölbstall ist schon seit seiner Aufbau für Lipizzanerzuchthengste bestimmt, und ist und ist auch, was die Architektur angeht, das wertvollste Gebäude im alten Ortskern. Hier übernimmt der Wölbstall den Platz von der Kirche in der Siedlung. Sogar der Renaissanceschloss, die ehemalige Kaiserresidenz in Lipica, hat keine so dominante Rolle in der Siedlungsorganisation. Der Wölbstall wurde im Jahr 1703 an der Stelle vom älteren, ebenso für Pferde bestimmten Gebäude erbaut. Mit dem Hof verbunden, Richtung Süden, stand die Kapelle und an der Stelle vom heutigen Gasthof befand sich das Wohnhaus von des Kaplans. Die Kapelle ist dem hl. Antonius von Padua, dem Schutzheiligen der Pferde, geweiht.

Nach dem Jahr 1825, als die Franzosen abzogen, wurden in Lipica zahlreiche neue Gebäude erbaut. Im Jahr 1819 wurde der Stall im Süden, in Richtung Triest erbaut. Einige Jahrzehnte danach wurden die alten Ställe, an der Stelle von heutigen Stallungen „borjač“, zerstört. An dieser Stelle beginnt im Jahr 1852 die Aufbau neuer Ställe und der bedachten Reithalle.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde gleichzeitig mit der Aufbau der Eisenbahn- und Straßenverbindung zwischen Wien und Lipica durch Sežana ,die dritte Nordverbindung mit Lipica erbaut. Diese endet in Richtung Lokev, wo sie unterbrochen wurde. Die Aufbau der Ställe »Na borjači« unterbricht die logische Auslaufrichtung der Richtung Lokev nach - Wölbstall, womit sich der Schwerpunkt des Gestüts von dem alten Ortskern in Richtung Lokev verlegt. Das wurde mit der Aufbau des Jubiläumsstalls »Abrichtunga« Ende des 19. Jahrhunderts (1898-1899) bestätigt. Das Gebäude wurde anlässlich der 50. Jahresfeier der Regierung des Kaisers Franz Josephs I. aufgebaut.

In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden hinter dem Stall »Abrichtunga« noch die große Reithalle mit Tribünen und die kleine Reithalle mit Stall gebaut. Alle Objekte wie Ställe, Reithallen, Manegen und der offene Raum für die Organisation der Reitveranstaltungen, sind ausschließlich für die Lipizzaner und die Arbeit mit ihnen bestimmt. Im Jahr 1977 wurde etwas abgelegen, in südwestlicher Richtung noch das Hippodrom eingerichtet, mit dem direkten Zugang aus der Richtung Sežana. Er wurde zur Zeit des bevorstehenden 400-jährigen Jubiläums des Gestüts erbaut. Zu diesem Feiertag wurde das Hotel Klub erbaut.

Zu diesem hohen Jubiläum wurde in Lipica ein einmonatiger internationaler Bildhauerworkshop organisiert und das Ergebnis war die Parkplastik im Karststein. Später, zum 425-jährigen Jubiläum des Gestüts Lipica wurde der zweite internationale Bildhauerworkshop organisiert.

Eine neue Anschaffung des Gestüts Lipica ist die Sammlung der Kunstwerke des Malers Avgust Černigoj. Der Maler, der in den letzten Jahren seines Lebens im Hotel Meastoso von Lipica wohnte, hat dem Gestüt Lipica als Dank die reiche Sammlung seiner Werke geschenkt. Das Gestüt Lipica verpflichtete sich eine besondere Galerie mit der Sammlung der Kunstwerke von Černigoj einzurichten, die von der Gruppe Neuer Kollektivismus ausgestellt wurde.