Interessante Informationen

Die Geschichte des Gestüts Lipica ist so reich, das sie durch die Kultur- und Naturerbe tausend verschiedene Geschichten erzählt. 

All diese sind mit der Zucht der reinigrassigen Lipizzaner verbunden, die dem Bild des Gestüts Lipica, wie wir es heute kennen, ein unvergessliches Siegel gegeben hat.

Auf dieser Seite finden Sie einige interessante Informationen über ihre unendliche Geschichte.

Die Geschichte des Besitzes

Die älteste Vermessungskarte des Besitzes ist aus dem Jahr 1817 und wenn wir sie mit den heutigen als Kulturdenkmal geschützen Gebiet vergleichen, können wir feststellen, dass die Grenzen des Besitzes noch immer identisch sind. Das Gelände des Landgutes umgeben trockenen Steinmauern, typisch für das Karstgebiet, umgeben, die bis in die heutige Zeit erhalten sind. Die Steinmauer entlang der Gutsgrenze ist etwas höher als übliche Mauern im Karstgebiet.

Das historische Ortskern von Lipica wurde auf den Überresten des ehemaligen Besitzes des Bischofs von Triest errichtet. Das Schlüsselelement der Ansiedlung waren das Schloss mit dazugehörigem Gebaude, mit dem sogenannten Hof umschlossen. Der Hauptweg aus Triest führte durch den Triumphbogen direkt bis zum Eingangsportal vom »Wölbstall«, dem Hauptstall und wertvollsten Gebäude im alten Ortskern, auch was die Architektur angeht. Außerhalb des Hofes befinden sich der heutige Gasthof, die Kapelle und weitere Stallungen.

Der historische Ortskern formte sich in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts zu einemgeschlossener Komplex. Neben dem Schloss und dem Wölbstall gehörten noch dasGetreidemagazin und kleinere Wohnobjekte dazu, so erbaut, dass in der Mitte ein Hof entstand. In Verbindung mit dem Hof, Richtung Süden, stand die Kapelle, und an der Stelle des heutigen Gasthof befand sich das Kaplanwohnhaus. In dieser Zeit waren schon weitere Gebäude auf der Stelle des heutigen »Borjač« (Stallungskomplex aus dem Jahr 1852) erbaut worden. Zur Erweiterung des Gebäudes nach Südost kam es Ende des 19. Jahrhunderts mit der Aufbau des Jubiläumsstalls »Abrichtunga« mit dem sich der Schwerpunkt des Besitzes, von der Anhöhe mit dem alten Ortskern in  Richtung Lokev verlegt

Vom ursprünglichen Stall, auf der Stelle des heutigen „Borjač“, wurde der Bau nach Südost fortgesetzt. Im Jahre 1852 wurden die Ställe „Na borjači“ mit einer Reithalle gebaut, 1898/99 der Jubiläumsstall. Etwas abgelegend befindet sich der Stall in Richtung Triest, es wurde im Jahr 1819 fertig gebaut.

In der siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden hinter dem Stall »Abrichtunga« noch die neue große Reithalle und die kleine Reithalle mit einem Stall gebaut. Im Jahr 1977 wurde noch das Hippodrom eingerichtet. Alle Objekte sind ausschließlich für die Pferde und die Arbeit mit ihnen bestimmt. Alle Tätigkeiten werden auf diesem umfangreichsten Gebiet des Gestüts, das neben Stallungen auch einen offenen Platz für Veranstaltungen und Arbeit mit Pferden umfasst, ausgeführt.

Damit die Funktionsfähigkeit des Gutes gesichert wurde, war das Wasser von wesentlicher Bedeutung, deswegen wurden in den Karsttrichtern Wassertränken gemacht, wo Wasser gesmmelt wurde. Auf dem Gut waren sieben größere Wassertränken, somit genügend Wasser für die Pferde im Gelände. Durch das Verlegen des Wasserleitungen haben diese Wassertränken an Bedeutung verloren und jetzt sind nur noch drei davon erhalten.

Über das Landgut verlaufen heute häufig und selten befahrene Verkehrsstraßen. Bei der Einfahrt aufs Gestütsgelände fährt man an wunderschönen Alleen vorbei, die mit wohlgeformten Portalen beginnen Diese kennzeichnen den symbolischen Zutritt zum Anwesen. Entlang derStraße sind Weiden, die mit weißem Holzzäunen umzäunt sind, die den Pferden Zugang zu Hauptverkehrstraßen verhindern. Zäune sind einheitlich und ein Erkennungszeichen für das Gestüt..

Das Schloss

Das Schloss ist nach der Überlieferung das älteste Gebäude des alten Ortskerns in Lipica, auf dem Grund der früheren aus der Renaissance stammenden Sommerresidenz des Triester Bischofs erbaut. Es ist schwer das Gebäude einem bestimmten Baustil zuzuordnen, da es keine besonderen Merkmale hat, weder äußerlich noch von der Aifteiling und Gestaltung der Räume her. Das Schloss ist L-förmig gebaut und aus dem Grundriss ist deutlich, das es sich beim kürzerem Trakt um einen älteren Teil des Gebäudes handelt. Das einheitliche Bild eines bescheidenen Barockpalastes bekam es in der Zeit, als der Hof gestaltet wurde.

Während der ganzen Existenz des Gestütes wurde das Schloss als Wohn- undVerwaltungsgebäude benützt. Für den Gestütsverwalter und höhere Beamte waren hier Wohnungen, deswegen gab es keinen großen Eingang sondern mehrere kleinere und die kleinen Innenräume waren architektonisch sehr bescheiden gestaltet.

Erwähnungswert sind nur die Querbalken aus Stein über den Fenstern der Westfassade und über dem Eingang in den Südtrakt, nicht zu vergessen die für das Karstgebiet typischen Schornsteine, die sich über dem mit gerillten Ziegeln gedeckten Dach erheben. Im Hintergrund des Schlosses erstreckt sich die terrassenförmige  Gartenanlage, die auch im Kataster vom Jahre 1817 vermerkt ist. Die Zugang zum Garten ist nicht, wie man erwarten würde, von der Rückfront  möglich, sondern über die Terrasse vor dem Südtrakt des Gebäudes. Der Eingang in den Garten ist durch zwei Steinpylonen markiert, die aus der Achse des Gebäudes gerückt sind. Es kann sein, dass es sich um einen älterer Entwurf handelt, der auf das ursprüngliche Schloss abgestimmt war.

Velbanca

Velbanca, auf Deutsch Wölbstall, ist neben dem Schloss, das älteste erhaltene Stallgebäude im alten Ortskern. Der Stall ist auf der nördlichen Seite vom Hof und nimmt seine ganze Breite ein. Den Namen bekam der Stall nach dem Tonnengewölbe, das über die ganze Länge des Stalles abläuft. Der Wölbstall ist aus dem Jahr 1703,, wie die Steintafel seitlich vom Eingang anzeigt. Möglich ist auch, dass an dieser Stelle ein noch älterer Stall stand. Über dem Portal ist die Jahreszahl 1704 chronographisch ausgeschrieben.

Auf jeder Seite des architektonisch verzierten Eingangs sind jeweils drei große Gitterfenster mit sehr schönen Profilrahmen aus Stein. Im historischen Ortskern nimmt dieser Stall den zentralen Platz ein, den hier endete, aus der Richtung Triest - Gestüt, die damalige Hauptstraße. Der Wölbstall wurde seit seinem Bau bis in die heutige Zeit immer ausschließlich für die Zuchthengste verwendet, es ist auch das wertvollste Gebäude im alten Ortskern, was die Architektur angeht. Mit seiner Lage im Ortskern symbolisiert er auch die primäre Tätigkeit des Gestütes.

Die Kapelle

Die Kapelle des hl. Antonius von Padua, des Schutzheiligen gegen Viehkrankheiten, wirdschon im 17. Jahrhundert erwähnt. Ihre heutige Erscheinung zeigt jedoch Gestaltungmerkmale des 19. Jahrhunderts. In diesem Zeitabschnitt wurden das Schiff und Presbyterium der Kapelledekorativ bemalet. Bis zum Kapelleneingang führt eine Treppe. Auf einem Gemälde eines unbekannten Malers aus dem Jahr 1779 ist deutlich zu sehen, dass die Kapelle damals auf einer kleinen Anhöle stand und mit einer Steinmauer umgeben war. 

Das Gebäude hatte früher eine niedrigere Dachneigung, vor dem Eingang stand ein Schuppen. Zwischen den halbkreisförmig abschließenden Nischen in der vorderen Fassade war höchstwahrscheinlich eine Steinrosette. Wie alle Gebäude im alten Hofkern war auch der Schuppen mit gerillten Dachziegeln gedeckt. Die Kapelle ist quadratförmig und kreuzgewölbt mit gleichgestaltetem Presbyteriumi, im Inneren sind drei Steinaltere die älter sind als die Verarbeitung der Fassade.

Stall für Dressurpferde (Abrichtung)

Der Stall für Dressurpferde (Abrichtung) wurde im Jahr 1899 hinzugebaut. Der Stall war für Pferde ab 3,5 Jahreen bestimmt, die fürs Reiten ausgebildet wurden; daher der Name »Abrichtung«. In der linken Hälfte des Stalles (in Stall 6) befinden sich jetzt Stuten für die Kutschen und in der rechten Hälfte (in Stall 7)  sind die Walache, die für die Reitstunden der Touristen gedacht sind.

Der Stall ist symmetrisch und ebenerdig gebaut, ein etwas angehobener betonter Eingangsteil in der Mitte führt in den Durchgang, aus dem man Zugang zu den beiden Stallhälften hat. Im Durchgang ist eine Gedenktafel aus Stein, mit der Aufschrift »SCHLUSSSTEIN 9. DEZEMBER 1899«, angebracht. Die Abrichtung wurde anlässlich der 50. Jahresfeier der Regierung des Kaisers Franz Josephs I. aufgebaut. Auf der linken und der rechten vorderen Seite des Stalles sind zugemauerte Eingänge, die Räume dahinter dienten seinerzeit für Kutschen, jetzt sind sie aus dem Inneren des Stalles zugänglich und werden für die Reitausrüstung benützt. Zum Hauptturm führen die Linien mit je 4 Fenstern. An den seitlichen Fassaden links und rechts vom Gebäudes sind Wohnungen für Angestellte. Auf jeder Seite befindet sich ein Brunnen mit quadratförmigen Zisternen, in die Regenwasser von den Dächern zusammenfließt. Das Dach war früher gerade und mit aufgeschüttetem Schutt. Von hier aus wurde das Wasser in die Brunnen geleitet. Das Wasser aus den Brunnen nützte man fürs Tränken der Pferde im Stall.

Später wurde in die Brunnen Hydrophor angebracht, der die Stallungen automatisch mit dem Wasser versorgte (bis zum Jahr 1973). Weil die gerade Betonplatte wasserdurchlässig war, beschloss man, es zu erneuern und es mit dem jetzigen flachen Satteldach zu bedecken. Dadurch wurde Raum für die Einlagerung von Heu gewonnen, zu dem im jeden Flügel je 2 Öffnungen von der Hauptfassade führten. Das Heu wird durch die Öffnung an der Flurdecke geräumt. In den Jahren 1998/99 werden Fassadenarbeiten durchgeführt und gleichzeitig Türen und Fenster erneuert (natürlich im Originalstil). Die rechte Hälfte der Stallung (Stall 7) wurde mit geschlossenen Boxen ausgestattet anstatt der Standboxen, damit sich die Pferde frei bewegen konnten.  Noch dazu wurden die gut erhaltene authentische Futterkrippe, Tränken und Abflusskanäle aus Stein angebracht, die sich im Boden befinden.

Gleich hinter dem Stall  "Abrichtunga" befindet sich ein ebenerdiges  Nebengebäude, dieses wurde von den Italienern gebaut und fürs Einlagern von Futter benützt, jetzt ist hier in der linken Hälfte der Abstellraum für Kutschen und in der rechten Hälfte die Hufschmiede. Das Nebengebäude und der Stall sind durch einen Schutzdach verbunden.

Die Stallungen 9+10

Die Stallungen 9+10 sind für die Junghengste (1 bis 3 Jahre alt) benützt. Das Gebäude ist aus dem Jahr 1819, hat einen länglichen Grundriss und ist ebenerdig, mit einem steilem Dach, mit Biberschwanzziegel bedeckt. Es ist sehr funktionsfähig gestaltet mit großen Eingängstür und Fenstern an der südwestlichen und der nordwestlichen seitlichen Fassade (an der Südost-Fassade ist die Tür zugemauert) mit Steinrahmen. Hinter den Stallungen ist ein großer Auslauf für die Pferde. Neben den Stallungen stand früher ein Brunnen. Sein Tank ist gut erhalten,  der Steinrand wurde in die Loge des Klub Hotels gebracht. Das Brunnenwasser wurde im Winter für Pferde im Stall 9 und 10 verwendet.

»Borjač« (Stallungen 3,4,5, die alte Reithalle, der Brunnen)

Nach dem Aufbruch der Franzosen im Jahr 1815, als die Jahre des größten Aufschwungs begannen, war in Lipica ein Neuaufbau notwendig. Als erstes war es notwendig neue große Stallungen für die Stuten zu bauen und eine Reithalle in der man bei jedem Wetter trainieren konnte. In den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts werden drei neue Stallungen in Form eines gleichmäßigen Vierecks und die Reithalle errichtet. Noch immer sind diese als Hauptstallungen für die Stuten und Fohlen gedacht. Nach ehemaliger Aufteilung wurde im Stall Nr.3 der männliche Nachwuchs nach der Trennung von der Mutter, bis er bereit fürs Training war, untergebracht. Heute sind in diesem Stall die Abfohlungsboxen, wohin trächtige Stuten gebracht werden, bevor sie Junge bekommen, und in der linken Hälfte das Ambulatorium. Im Stall Nr. 4 befinden sich die tragenden Stuten und Stuten mit Fohlen, bis diese entwöhnt werden. Im linken Teil des Stalles ist ein Gehege für Fohlen, wo sie zugefüttert werden. Der Eingang ins Gehege ist eng, damit nur die Fohlen durchgehen und nicht die Stuten, die sonst das Futter fressen wurden. Im Stall Nr.5 befinden sich ein-, zwei- und dreijährige Jungstuten und die unfruchtbaren Zuchtstuten. Im rechten Teil sind auch die Räume für Angestellte mit Sanitäreinrichtungen und ein Raum für die Aufbewahrung von der Ausrüstung und Pferdepflege-Zubehör. Auf der Wand dieses Raumes (heute unter der Anzeigetafel) ist die Jahreszahl 1857 in den Putz eingeritzt. 

Zwischen den Stallungen ist ein großer Innenhof »Borjač«, wo die Fohlen oder die Jungstuten bei schlechtem Wetter ausgelassen werden. Die Stallungen sind mit großen Fenstern mit Steinrahmen mit einander verbunden, in der Mitte der Hof-Fassade ist eine große, breite und höhe Tür. Die Türen stehen immer offen, das Betreten oder Verlassen des Stalles wird nur durch eine hohe bewegliche Holzsperre verhindert. In den Stallungen sind entlang der Wand Steinfutterkrippen fürs Getreide. Früher, vor ungefähr 15 Jahre, war in den Stallungen ein Lehmboden. Jetzt ist alles asphaltiert, da Asphalt weicher ist als Beton und pflegeleichter ist als Lehmerde. Alle Stallungen sind mit steilen Dächern mit Biberschwanzziegel abgedeckt.

Der Innenhof ist mit der Reithalle abgeschlossen, doch bleiben links und rechts davon Durchgänge, die mit einem Eisentor geschlossen sind. Die alte Reithalle wirdr für die Ausbildung der Junghengste (3 bis 7 Jahre alt) benützt, da sie kleinere Ausmaße hat und deswegen geeigneter für diese Arbeit betrachtet wurde. Sie ist ähnlich wie die Ställe gestaltet, außer das die Eingangstüren an den seitlichen Fassaden sind (die südliche ist zugemauert) und die Fassaden mit fünf Fensterachsen auf den Hof und Park gerichtet sind. Der Boden ist mit Sägespänen bedeckt, die mit Sand und Splitt vermischt sind, die Wände sind mit Holz verkleidet. An den Wänden hingen große Spiegel, damit der Reiter seine Haltung kontrollieren konnte. Auf der Ostseite war eine kleine Tribüne, die mit einer Glaswand vom Reitraum getrennt war. In der Reithalle ist immer noch der originale Dachstuhl erhalten, auf einem Balken ist die Unterschrift des Zimmermanns mit der Jahreszahl 1856 eingeschnitzt.

Gegenüber der Reithalle auf der anderen Straßenseite befindet sich ein großer dickbauchiger Brunnen mit der Jahreszahl 1836. Mit dem Wasser aus dem Brunnen versorgte man im Winter die Pferde, denn die Tränken, aus denen sie im Sommer tranken, froren ein

Die Quelle "Fontana"

Als Erzherzog Karl im Jahr 1580 das Landgut übernahm, war neben de SChloss des Bischofs noch eine kleine Kolonie - Siedlung wo drei Familien von Pachtbauern lebten und etwas Land in der Nähe der Quelle Fontana zum Bewirtschaften hatten. Der heutige Steinbrunnen Fontana stammt aus der Zeit des größten Aufschwungs des Gestüts (Regierungszeit von Kaiser Joseph, 1705 - 1711). Der Brunnenrand wurde aus neun massiven, abgerundeten bearbeiteten Steinbrocken gemacht. Der Brunnentank ist aus schönen Steinblöcken gemauert.

Eine Platte trägt die Inschrift:

QESTA FONTANA FV FATA ET PERFECIONA TA
DAL GOV RE G: GASPARO DE NICOLETI Q. ANTONIO
NEL ANO DEL SVO GOVERNO 1706

Im Brunnen ist Quellwasser. Um den Brunnenrand ist im Pflaster ein Ring aus schmäleren Steinen.

Die Kappelle der Muttergottes von Lurdes im Tal Dolina

Der General der Kavallerie Karl Grünne war von 1848 bis 1875 Gestütsverwalter in Lipica. Er war schwer tuberkulosenkrank und verbrachte viel Zeit im Karsttrichter in Krkavče. Dort legte er ein Gelübde ab, wenn er wieder gesund werde, will er einen Altar zur Ehre der Muttergotteserrichten. Zur Erinnerung an ihn ist bei der Kapelle  eine Gedenktafel mit der Inschrift: IN MEMORIAM CAROLUS Grünne 1848-1875. Daneben ist noch eine Tafel -  diese ließ der langjährige Direktor von Lipica Radel Alojs anbringen, und diese trägt die Inschrift: quo Ovidius in exilio IDCCCXXI (1821). Nach dieser Innschrift wurde das Tal Quo Ovid benannt. Die Kapelle wurde im Jahr 1889 geweiht.

Die kleine Kapelle ist halbkreisförmig im Felsen eingemeißelt und mit geschmiedeter Tür abgeschlossen, vor der Nische ist ein kleiner Altartisch aufgestellt. In der Nische befindet sichdie Statue der Muttergottes von Lurdes, die ursprüngliche Statue ist am 1.5.1892 vom Kaplan von Lipica don Edmondo Legato aufgestellt worden. Um die Kapelle ist ein geschmiedeter Zaun als Garten. Von dem Toalgrund bis zum Plateau der Kapelle führen Steintreppen. 

In vorigen Jahrhundert und bis zum Zweiten Weltkrieg sind vor allem viele Menschen aus Triest in dieses Tal gepilgert, weil dieses Tal in Lipica für viele Wunderheilungen wohlbekannt war.

Der Eiskeller Ledenica

Für die Eiskeller wurden wahrscheinlich die Karsttrichter ausgenützt. Entlang des äußeren Rands derer wurde eine Trockenmauer, in Form eines auf den Kopf gestellten Kegelstumpfes aufgestellt, die zusammen mit einer Steintreppe bis zum Grund führte. Die oberirdsiche Mauer ist größtenteils zerstört. In der Winterzeit wurde aus den nahe liegenden Tränken das Eisherausgebrochen und in die Eiskelle gelagert.

Die Grenzzeichen

Die Grenzzeichen sind in die Felsen eingemeißelt und sind mit dem Buchstaben L, dem Triester Wappen und der Jahreszahl 1871 markiert. In der Beilage zum Protokoll aus dem Jahr 1817 ist geschrieben, dass bei der Wiedervermessung des Besitzes alle Grenzlinien die nicht durch Trockenmauern gekennzeichnet sind, mit diesen Grenzzeichen markiert werden.

Der Naturlehrpfad von Lipica

Die kultivierte Karstlandschaft des Gestüts Lipica, die unter Denkmalscutz steht, umfasst wunderschön gestalte Weiden und Wiesen mit Zäunen, Eichenhainen und Alleen. Die Kulturlandschaft von Lipica ist eine abgerundete und neu gestaltete natürliche Umwelt, deren Entwicklung auf einer mehrere Jahrhunderte langen Tradition der Zucht von Pferden basiert. Lipica hatte schon vor dem Jahr 1817 ein einheitliches Bild, was aus damaligen Vermessungen deutlich ist. Auch vor dieser Zeit war der ganze Besitz durch die acht Kilometer lange Trockenmauer, typisch für den Karst, umzäunt und damit war nicht nur die Funktionalität abgesichert, sondern auch die symbolische Bedeutung des Ganzen und des Ausnahmecharakters dieser Kulturlandschafr wurde deutlich gezeigt. Geschichtlich gesehen war die Anwendung dieses Geländes immer der ununterbrochenen Züchtung der gleichen Pferderasse untergeordnet. Die Ganzheit des Ursprunggestütes, einer der ältesten Pferderassen, bibt der Kulturlandschaft von Lipica ein besonderes Siegel mit Ausnahmecharakter, sogar weltweit unvergleichbar.